Bevölkerungsentwicklung

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Die Bevölkerungsentwicklung einiger Orte der Region. Eingemeindungen sind berücksichtigt (rausgerechnet).

Ort 1895 1938 1977 1994 2004
Ilmenau 7.958 16.645 22.000 23.321 21.655
Gräfenroda 2.315  ? 4.473 4.025 3.603
Königsee 2.865  ? 4.800 3.994 3.552
Gehren 2.384 3.500 4.156 3.582 3.297
Langewiesen 2.792 4.400 4.290 3.150 3.226
Großbreitenbach 2.830  ? 4.244 3.338 2.963
Stützerbach bald 3.200 2.613 1.874 1.686

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung der Stadt Ilmenau

Jahr Einwohner
1800 2.000
1817 2.160
1832 2.539
1834 2.596
1835 2.596
1836 2.661
1837 2.543
1838 2.683
1839 2.722
1840 2.759
1841 2.766
1842 2.843
1843 2.809
1846 2.796
1849 2.791
1852 2.818
1855 2.887
1858 3.026
1861 2.732
1864 3.128
1867 3.222
1871 3.443
1875 3.760
1880 4.593
1885 5.483
1890 6.508
1895 7.958
1900 10.419
1905 11.222
1910 12.198
1919 11.663
1925 13.930
1932 14.599
1938 16.645
1961 16.900
1974 18.300
1977 22.000
1988 26.887
1994 23.321
1995 23.011
1996 22.677
1997 22.588
1998 22.354
1999 22.212
2000 21.931
2001 21.889
2002 21.799
2003 21.688
2004 21.655

Quellen: bis 1932 Ilmenauer Adressbuch, 1994–2000 TLS, ab 2001 Homepage der Stadt Ilmenau

Phasen größten Wachstums:

  1. Kaiserzeit (1871–1918), bedingt durch beginnende Industrialisierung. Spitzenjahre 1895–1900, Zuwachs 31%, das sind +6,2% jährlich. Zuzüge vor allem aus dem Münsterland, dem Westerwald (Glasmacher) und aus den Gebieten entlang der Ostseeküste (Mecklenburg, Pommern, Ost- und Westpreußen).
  2. Aufbau der Neubaugebiete Stollen und Pörlitzer Höhe (1973–1980). Bevölkerungsanstieg von ca. 17.500 auf ca. 24.000 (+3,9% jährlich). Zuzüge aus der Region (besonders Stützerbach, Gehren und Großbreitenbach, weil die dortigen Glaswerke nach Ilmenau verlagert wurden) aber auch aus dem Erzgebirge, dem Altenburger Land und Vorpommern.

Phasen größter Abnahme:

  1. Dreißigjähriger Krieg (1618–1648), lt. Chorniken Abnahme um zwei drittel, Stadt teilweise zerstört.
  2. Stadtbrand (1752) + Siebenjähriger Krieg (1756–1763), lt. Chroniken Abnahme um 80%, Stadt völlig zerstört.
  3. 1945–1949 Rückgang durch Abwanderung in die Westzonen (die meisten Glasmacher zogen nach Wertheim bei Würzburg, diese Stadt wird manchmal auch noch Klein-Ilmenau genannt).
  4. 1989–1992 bedingt durch die Wende zogen viele Menschen in die alten Bundesländer (vor allem nach Baden-Württemberg und Bayern).

[Bearbeiten] Veränderungen

Hier sind die Entwicklungen für die Stadt Ilmenau und ihre Ortsteile seit 1994 dargestellt. Quelle: TLS

  • Wanderungssaldo = Zuzüge - Fortzüge
  • Geburtensaldo = Geburten - Sterbefälle
Jahr Wanderungssaldo Geburtensaldo
1994 -235 -148
1995 -231 -154
1996 -264 -150
1997 -17 -93
1998 -178 -112
1999 -97 -79
2000 -207 -135
2001 +47 -99
2002 +260 -135
2003 -8 -84
2004 -236 -89

Die Zahl der Sterbefälle ist seit Jahren konstant geblieben. Die Zahl der Geburten hat 1995 ihren Tiefpunkt erreicht ("Wendeknick"). Während die DDR mehr Geburten pro Frau hatte, als die BRD, sank diese Zahl nach 1990 stark, 1992 war man auf dem selben Niveau wie Westdeutschland, bis 1995 sank sie jedoch noch so weit ab, dass Thüringen heute nach Sachsen-Anhalt die Geburtenärmste Region Europas, wenn nicht sogar der ganzen Welt ist. Seit 1997 nimmt die Zahl der Geburten langsam wieder zu. In Ilmenau ist der Geburtensaldo noch relativ im Rahmen (in Arnstadt beträgt er jählich über -180), weil die Stadt relativ "jung" ist. Das rührt daher, dass während der 80er-Jahre massiv junge Menschen in die Stadt geholt wurden (siehe oben), die den Anteil der alten noch moderat halten. Hier ist die Situation in Arnstadt anders, da Arnstadt schon seit den 50er-Jahren konstante Einwohnerzahlen um 30.000 hatte, gibt es eben dort mehr alte Menschen.

Der Wanderungssaldo ist sehr stark schwankend. Die Gründe hierfür lassen sich nicht wirklich plausibel herleiten. 1990–1996 wanderten viele Menschen in die alten Bundesländer ab. Seit 1997 schwankt der Wanderungssaldo zwischen +250 und -250, im Ergebniss gleicht er sich aus und der Bevölkerungsrückgang ist damit hauptsächlich auf den schwachen Geburtensaldo zurückzuführen.

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