Glaswerke
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Die Glaswerke der Glasindustrie waren in Ilmenau teilweise seit 1852 ansässig. Die Glasindustrie war bis 1989 die wichtigste Industrie im Ilmenauer Raum. Heute arbeiten noch etwa 600 Menschen in 14 Betrieben der Glasindustrie, vor allem in der Herstellung von Spezialtechnik aus Glas und Laborgeräten. In der Zeit zwischen 1880 und 1945 gab es in Ilmenau zahlreiche Betriebe der Glasherstellung und -verarbeitung. Im Firmenverzeichnis des Adressbuches der Stadt Ilmenau von 1932 finden sich dazu folgende Angaben:
- Glasbearbeitung: 1 Unternehmen
- Glasbläsereien: 5 Unternehmen
- Glasbohrereien: 1 Unternehmen
- Glasereien: 7 Unternehmen
- Glasfabriken: 5 Unternehmen
- Glasformenherstellung: 2 Unternehmen
- Glasinstrumenten- und Thermometerherstellung: 88 Unternehmen
- Glasschleifereien: 5 Unternehmen
Die große Anzahl an Thermometerfabrikanten verdeutlicht, dass Ilmenau das Zentrum der Herstellung von Thermometern und Messgeräten war. Man exportierte vor dem zweiten Weltkrieg in die ganze Welt.
Die sechs wichtigsten Glashütten Ilmenaus waren:
- Sophienhütte, an der Tannenbrücke, bestand von 1852 bis 1991, abgerissen, es stehen noch 2 Verwaltungsgebäude: eines am Parkplatz des NETTO-Marktes und eines zwischen NETTO und Ilmsporthalle
- Alt, Eberhard & Jäger, heutiges Kaufland, bestand von 1892 bis 1989, bis auf die Fassade abgerissen
- Langhütte, am Grenzhammer etwa auf dem Gebiet des Küchen-Ehle, bestand von 1900 bis 1968, komplett abgerissen
- Spessarthütte, oder auch Glashütte Möller, Jungwirth und Griebel, stand zwischen Schlachthofstraße und Ludwig-Jahn-Straße, von 1904 bis 1950, im Jahr 2002 abgerissen, wird als Wohngebiet erschlossen
- Fischerhütte, in der Langewiesener Straße, produzierte von 1910 bis 1976, ist als einziges Ilmenauer Glaswerk noch vollständig erhalten , unter Denkmalschutz, Nutzung für Veranstaltungen
- Alt, Eberhard & Jäger II, auf dem Gebiet der Eissporthalle und des Ilmteichs, bestand von 1922 bis 1976, komplett abgerissen
1973 wurde das neue Glaswerk am Vogelherd errichtet. In ihm gingen alle Glashütten des Altkreises Ilmenau, also auch die von den Dörfern der Umgebung, auf. Einzig die Sophienhütte blieb weiter selbstständig. Die Verlagerung der Glashütten aus der Region in die Stadt zog weitere Veränderungen nach sich. So wurden die Arbeiter nach Ilmenau geholt und für sie wurden die Plattenbaugebiete Pörlitzer Höhe und Stollen errichtet. Gleichzeitig stieg die Einwohnerzahl Ilmenaus von 20.000 auf 30.000 und die der Dörfer gingen zurück.




